Rathaus der Zukunft Berlin
Das Rathaus der Zukunft ist als Leuchtturm der Demokratie auf allen Maßstabsebenen im Dialog mit der Stadt und einer offenen Tür für die breite Bevölkerung konzipiert.
Das neue Rathaus entlang der Otto-Braun-Straße positioniert sich als dreiteiliger Sonderbaukörper, der als Leuchtturm für Demokratie sowie freien und offenen Dialog fungiert und mit Berlin auf vier verschiedenen Maßstabsebenen in Dialog tritt: XL, L, M und S.
Auf der stadtbezogenen XL-Ebene dient das Rathaus als identitätsstiftender Ankerpunkt für das neu entstehende Quartier Haus der Statistik und den Bezirk Mitte; sein Turm – bekrönt von einer digitalen Krone – bildet ein städtebauliches Pendant zum Alexanderplatz und fügt sich gleichzeitig nahtlos in das Ensemble der Ostmoderne entlang der Leipziger Straße ein. Auf der Quartiersebene L öffnet sich der Sockelbereich im Erdgeschoss zu einem fließenden Rathausforum, das die umliegenden Freiräume einbindet: den Zugang vom Süden über das Aktive Regenband, die Baum- und Hausarkade entlang der Otto-Braun-Straße, den Mollplatz im Norden und das „Gärtchen“ im Innenhof im Westen – alles zentriert um den flexibel nutzbaren Ratssaal.
Auf der Nachbarschaftsebene M vernetzt diese Anordnung die nord-südlichen und ost-westlichen öffentlichen Achsen direkt mit einer kontinuierlichen Innenraumabfolge – vom Eingang über das Foyer, den BVV-Saal und das überhöhte Atrium wieder nach draußen –, wodurch die räumliche Trennung zwischen Bürgerschaft und Verwaltung aufgehoben wird.
Auf der S-Ebene reagieren die einzelnen Fassaden auf ihren Kontext durch Platz- und Eingangssituationen, eine gestufte Hoffassade und einen Materialwechsel von schwerem Recyclingbeton im Sockel zu leichtem Recycling-Aluminium im Turmbereich, während grüne Patios, flexible Grundrisse und auf Gesundheit ausgerichtete „New Work“-Arbeitswelten fest in der DNA des Hauses verankert sind.
Im Sinne einer „Architektonischen Revision“ versteht der Entwurf das Haupttragwerk als Investment in eine 100-jährige Langlebigkeit mit flexiblem Raster und wiederverwendbaren Materialien, wobei statt übermäßiger Gebäudetechnik vorrangig auf passive Maßnahmen wie Querlüftung, Nachtauskühlung und außenliegenden Sonnenschutz gesetzt wird.
In Verlängerung dieses Konzepts bilden die umliegenden Freiflächen eine blau-grüne Abfolge aus einem Klimahain am Mollplatz, einem Versammlungsbereich am Rathausplatz und einem „Aktiven Regenband“ mit Mulden und Wasserrückhaltungen, die den ÖPNV, das Rathaus sowie das gesamte Quartier miteinander verknüpfen. Tragwerksseitig nutzt das Gebäude ein rationales 7,50-Meter-Raster und ab dem 1. OG ein vorgefertigtes Holz-Beton-Verbundsystem mit mechanischen, lösbaren Verbindungen, was die Bauzeit verkürzt, den CO₂-Fußabdruck reduziert und eine vollständige Rückbaubarkeit in der Zukunft garantiert. Der Brandschutz im Hochhausturm wird effizient über einen einzigen innenliegenden Sicherheitstreppenraum, einen Feuerwehraufzug und eine flächendeckende Sprinkleranlage gelöst, während ein zweiter Erschließungskern und die Entrauchung über Dach dem offenen Rathausforum seine volle räumliche Flexibilität ermöglichen. Als „Urban Mine“ konzipiert, priorisiert das Projekt niedrige Lebenszykluskosten, ökologische Ausbaumaterialien und eine einfache Instandhaltung. Die Gebäudetechnik folgt schließlich einem Low-Tech-Prinzip mit hoher Effizienz, niedrigen Systemtemperaturen, bivalenter Energieversorgung, Photovoltaik auf den Dächern für den Eigenverbrauch und Abwärmenutzung zur langfristigen Betriebssicherheit.